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DIW-Bericht: Schallende Ohrfeige für Sparpläne der Bundesregierung

in Wirtschaftsnachrichten 15.06.2010 14:00
von Elisabeth M. • 4 Beiträge

Das, was viele Menschen in Deutschland schon gefühlt oder geahnt haben, wird durch die heute vorgelegte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) bestätigt: Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Gleichzeitig werfen die Wirtschaftsforscher der Bundesregierung vor, diesen Trend noch zu verschärfen.

Das DIW hat in seiner Studie die Einkommensentwicklung in Deutschland in den Jahren 2000 bis 2009 untersucht. Dabei haben die Forscher festgestellt, dass die Gruppe der Wohlhabenden um rund 19 Prozent größer geworden ist, während die Gruppe der Leute mit niedrigen Einkommen um rund 22 Prozent angewachsen ist. Darüber hinaus haben die Wirtschaftsforscher festgestellt, dass die Reichen die "Gewinner" der Wirtschaftskrise im Jahre 2009 sind. Während die Zahl der Haushalte mit hohen Einkommen leicht gesunken sei, hätten diese im vergangenen Jahr weit höhere Einkommen erzielt als noch in den Jahren zuvor. Die Schere zwischen arm und reich klafft also immer weiter auseinander. Dieser Trend löse bei der Mittelschicht starke Ängste aus; es entstehe eine "Statuspanik" derjenigen, die fürchten, aus der Mittel- in die Unterschicht abzusteigen.

"Die Einkommensschere zwischen niedrigen und hohen Einkommen hat sich in Deutschland weit geöffnet", fasst die Studie zusammen. Die Reicheren seien "nicht nur immer mehr, sondern im Durchschnitt auch immer reicher geworden". Parallel dazu seien die Ärmeren "nicht nur immer mehr, sondern auch immer ärmer" geworden. Die Mittelschicht schrumpft also, und das DIW sieht dadurch die Stabilität der Gesellschaft bedroht: "Gerade bei den mittleren Schichten, deren Status sich auf Einkommen und nicht auf Besitz gründet, besteht eine große Sensibilität für Entwicklungen, die diesen Status bedrohen." Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass könnten sich ausbreiteten.

Das Sparpaket der Bundesregierung wird deshalb vom DIW sehr kritisch betrachtet, denn die bisherigen Vorschläge der Bundesregierung beträfen eigentlich nur die unteren Einkommensbereiche. Es stellt sich die Frage, warum die Reichen keinen Sparbeitrag leisten sollen. IG-Metall-Chef Berthold Huber kritisierte, mit dem Sparpaket der Bundesregierung werde den Menschen in der Krise "die Milliarden-Rechnung präsentiert, während die Verursacher Milliardengewinne in ihren Bilanzen ausweisen und die Spekulation geht munter weiter".


Elisabeth Meißner

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